[Questreihe] Ein folgenschweres Dokument

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    "Guten Morgen, Meister Loravic." Die Wache nickte dem Hofschreiber freundlich zu. Der Angesprochene strahlte. "Und was für ein herrlicher Morgen dies ist.", stellte er mit einem Enthusiasmus fest, der sonst nur dem Studium alter Manuskripte vorbehalten war. "Ihr seid guter Laune.", stellte der Soldat fest. Loravic kicherte. "Ich bin auch sehr optimistisch, dass das heute den ganzen Tag so bleiben wird. Es stehen weder Sitzungen an, noch dräut eine Krise, welche den Fortbestand des Reichs bedroht." Bei den letzten Worten hatte seine Stimme einen gespielt pathetischen Ton angenommen. Kopfschüttelnd sah die Wache dem Gelehrten nach, als dieser die Stufen zum Eingang hochstieg.
     
    Loravic griff nach dem Schriftstück, das er insgeheim seine Wunschliste nannte. Dort verzeichnete er all die Aufgaben, die zu erledigen ihm ein besonderes Vergnügen bereiten würde, für die er im normalen Tagesgeschäft aber bedauerlicherweise kaum Zeit fand. Unangenehme Aufgaben fanden nur selten ihren Weg auf diese Liste, sie erledigte der Hofschreiber lieber sofort. Nachdenklich studierte er die Aufstellung. Er schwankte zwischen der Überarbeitung seiner Aufzeichnungen zur Schlacht bei Cove, deren historische Hintergründe er seit Jahren erforschte und der Reinschrift einer Abhandlung über die Teezeremonie auf Tokuno. Tee! Eine glänzende Idee. Er stand auf, um den Kessel aufzusetzen.
     
    Als Albert einige Minuten später eintraf, fand er eine noch dampfende Tasse auf seinem Tisch vor. "Ich habe uns Tee gemacht", stellte sein älterer Kollege überflüssigerweise fest. Der Hofschreiber hob seine Schale an die Lippen und seufzte genießerisch. Er zog für seinen Tee die flachen, dünnwandigen Gefäße aus Tokuno vor, er wusste jedoch, dass Albert eine Tasse lieber war. "Das ist nichts für mich", hatte er - damals noch Gehilfe und Lehrling des Hofschreibers - kopfschüttelnd erklärt, "ich hab' da immer das Gefühl, dass ich Suppe aus einem Teller schlürfe." Grinsend hatte er hinzugefügt: "Meine Mutter würde mir heut' noch eine Ohrfeige verpassen, wenn ich meine guten Manieren derart vergessen würde."
     
    Im Geiste verglich Loravic den schlaksigen Jungen von damals mit dem jungen Mann, der nun mit selbstbewussten Schritten auf seinen Schreibtisch zustrebte. Ein Anflug von Stolz ließ den alten Mann noch mehr strahlen. "Tee? Wunderbar, vielen Dank", ließ Albert sich vernehmen, "aber ich habe auch etwas für dich." Er hielt dem überraschten Gelehrten ein kleines Päckchen entgegen. Dieser stellte die Schale ab, um das Präsent feierlich entgegenzunehmen. "Für mich? Das wäre doch..." Albert kicherte. "Für all die Jahre, in denen du nicht die Geduld mit einem begriffsstutzigen, jungen Tölpel verloren hast." Sie lachten beide."Dann lass mich mal sehen..." Loravic öffnete den Knoten und schlug eine Klappe aus weichem Leder zur Seite. Er lächelte. Wie erwartet kam ein Buch zum Vorschein. Nun, vielleicht war Buch ein zu großes Lob für das grob zusammengenähte Manuskript. Der Schreiber fuhr mit den Fingern über den Einband, der nur aus etwas festerem Leder bestand. Das Manuskript selbst bestand aus mindestens drei verschiedenen Sorten Pergament, die Qualität schien im Laufe der Aufzeichnungen immer mehr abgenommen zu haben. Es schien beinahe, als hätte der Autor des Manuskripts zum Schluss auf alles zurückgegriffen, was er nur bekommen konnte. Nein, korrigierte sich Loravic im Geiste, nicht beinahe, genau so musste es gewesen sein. Vielleicht die Aufzeichnungen eines Kaufmanns, der sein Vermögen verloren hatte und sich zum Schluss nur noch Schreibmaterialien minderer Qualität leisten konnte? Loravic hob eine Augenbraue. Interessant. In diesem Fall wäre dem unbekannten Autor seine Aufzeichnungen so wichtig gewesen, dass er sie selbst in einer für ihn schwierigen finanziellen Situation nicht hatte aufgeben wollen. Das versprach, eine interessante Lektüre zu werden.
    Die Erfahrung hatte ihn gelehrt, dass man ein Buch zuweilen sehr wohl nach seinem Einband beurteilen konnte, man durfte nur nicht den Fehler begehen, hinter einem schönen oder gar prunkvollen Einband auch automatisch einen interessanten Text zu erwarten. Aus dem Pergament, der verwendeten Tinte und der Art der Bindung konnte ein geübtes Auge jedoch durchaus einiges erfahren.


    Er riss sich aus seinen Gedanken und sah zu Albert auf, der ihn erwartungsvoll ansah. "Vielen Dank, mein Junge." Die Stimme des alten Hofschreibers klang belegt und er räusperte sich. "Wie du siehst, hat mich das Manuskript bereits in seinen Bann gezogen und dabei habe ich es noch nicht einmal aufgeschlagen. Wo hast du das gefunden?" Albert winkte ab. "Nur ein altes Manuskript, dass ich auf dem Markt gefunden habe. Ein Bauer bot es mir günstig an. Er meinte, er hätte es von einem Holzfäller bekommen, der es von Ilshenar mitgebracht hatte. Ich dachte, es könnte dich interessieren. Viel Vergnügen."
    Er ging zu seinem Schreibtisch hinüber, während Loravic ihm nachsah. "Nun gut", sagte der alte Schreiber halblaut und nahm noch einen Schluck Tee, "dann erzähle mir deine Geschichte." Mit diesen Worten schlug er das Buch auf.
    Albert blickte zu seinem älteren Kollegen hinüber, der gerade die ersten Seiten gelesen hatte und leise vor sich hinmurmelte: "Ah, mhmm." Er lächelte und wandte sich wieder der Statistik des Handelsrates zu. Hätte er kurz darauf noch einmal hingesehen, wäre ihm aufgefallen, dass Loravic bleich geworden war.
     
    Der alte Schreiber blätterte mit einer Hast die Seiten um, die so gar nicht zu der sonstigen Sorgfalt passen wollte, mit der er seltene Handschriften üblicherweise behandelte. Als er auf der letzten Seite angekommen war, starrte er einige Zeit brütend ins Leere. Plötzlich stand er auf und begann, im Raum auf und ab zu gehen. Albert sah ihn neugierig an, doch er bemerkte es nicht. "Wenn das wahr ist...", murmelte er, während er mit langsamen Schritten den Raum durchmaß. "... wie können wir das nur wieder gut machen..."
    Er fuhr erschrocken herum, als Alberts Stimme sein Selbstgespräch unterbrach: "Was ist denn los, Meister?" In seiner Verwirrung war der junge Mann in eine längst abgelegte Verhaltensweise zurückgefallen, Loravic war bereits seit geraumer Zeit nicht mehr sein Meister.
    "Junge...", begann der alte Schreiber mit einer Stimme, in der Trauer und Unglauben mitschwangen. Dann atmete er tief ein und straffte die Schultern. "Lies selbst", sagte er schließlich knapp, "ich muss zu Sir Darion. Er muss davon erfahren." Mit diesen Worten eilte er aus dem Raum.
    Albert sah ihm stirnrunzelnd nach. Was konnte seinen alten Ausbilder und Freund nur so aufgeregt haben? Er hatte ihm doch nur eine kleine Freude machen wollen. Zögernd trat er an den Tisch und betrachtete das Buch misstrauisch, als erwarte er, das Pergament könnte lebendig werden und ihn anspringen. Letztlich siegte jedoch seine Neugierde. Er schlug den dünnen Band auf und begann zu lesen...


    Chronik von Mistas
     
    Sir Darion, der Verwalter von Britain und Vorsitzender des hohen Rats, schwieg lange, als Loravic geendet hatte. "Ihr haltet das Manuskript für echt?", fragte er schließlich. Loravic nickte. "Wenn es eine Fälschung ist, dann ist es ein Meisterwerk. Ich wüsste niemanden, der dazu in der Lage wäre."
    Der Ratsherr sah ihn an. "Ich schon", versuchte er zu scherzen, verzog dann aber das Gesicht. "Wenn es wahr ist, haben die Bürger von Britain eine große Schuld auf sich geladen. Wir werden alles versuchen müssen, diese Schuld wiedergutzumachen." Er hob hilflos die Hände. "Bevor wir etwas unternehmen", fuhr Sir Darion fort,"brauchen wir weitere Informationen. Ich kann kaum glauben, dass uns das alles entgangen sein soll. Wir wissen zwar seit langem, dass Mistas wieder von Menschen bewohnt ist, doch das ..."
    Er rief nach seinem Diener. Als dieser eingetreten war, deutete er auf den Hofschreiber. "Belan, lass dir von Meister Loravic die Sache erklären und dann finde alles heraus, was es über Mistas zu erfahren gibt." Er lächelte freudlos. "Ich brauche die Informationen am besten schon gestern." Belan nickte nur. Nur wenige wussten, dass er weit mehr als nur ein Diener des Ratsherren war. Er hatte sein Netzwerk an Informanten über die Jahre immer mehr ausgebaut und dies hatte sich bereits mehr als einmal als hilfreich erwiesen.
    Als die beiden den Raum verlassen hatten, schaubte Sir Darion wütend. "Gestern, pah, schon vor Jahren hätten wir von all dem wissen sollen..."

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  • Teil 2 der Quest ist nun aktiv. Besucht die Taverne in Mistas.


    Zur Info: Teil 2 der quest kann man nur annehmen, wenn man Teil 1 erledigt hat.


    Die Mistas Questen werden nicht deaktiviert. Man kann sie also zeitlich unbegrenz machen,

  • Es geht das Gerücht, dass die Bewohner der Stadt Mistas erneut die Hilfe (=Teil 3 der Quest) der Menschen brauchen


    Zur Info: Teil 3 der Quest kann man nur annehmen, wenn man Teil 2 erledigt hat.

  • Gibt es vielleicht einen Tip für Teil 3? Hatte nach dem Lesen der Geschichte eine Vermutung, aber die hat sich leider als falsch herausgestellt und nun weiß hab ich überhaupt keinen Anhaltspunkt mehr.

  • Naja. was will ich da sagen.

    Der Questgiver vermisst doch einen Händler, oder ?

    Wie kommt ein Händler vermutlich in die Taverne von Mistas?

  • Hmm. Also, ich habe eine Quest angenommen, bei der ich die Chroniken von Mistas besorgen soll. Allerdings habe ich keinen Schimmer, was ich nun anstellen soll. Nach Mistas selbst komme ich nicht rein.


    Teil 1: Mistas erkunden

    Teil 2: Timo Mortensen retten

    Teil 3: ???

  • Nun ja. Hier ein kleiner Hinweis für die Chroniken: lies nochmal die Geschichte "ein folgenschweres Dokument" hier

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  • Da sich in Mistas die Kunde verbreitet hat, dass es unter den unzuverlässigen Bewohnern des Landes von Britannien doch einige tapfere, edle und hilfsbereite Zeitgenossen gibt, bitten die Bürger von Mistas erneut darum, sie in einer Notlage zu unterstützen.

    Also auf, ihr tapferen Recken und Maiden, in die Taverne von Mistas, wo der Händler Benjamin Ruf eine neue Aufgabe für Euch hat.


    P. S.: Bedenkt bitte, dass man andere Quests (Timo Mortensen, Chroniken von Mistas) davor erfüllt haben muss, damit der Händler mit einem spricht.

    Durch die Erfüllung dieser Quests verdient man sich das Vertrauen der Bewohner der Stadt. Dadurch wird man irgendwann in der Lage sein, die Stadt zu betreten.

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  • *flüstert* die Frage ist wohl wann es endlich soweit ist

    Thema "nützliche Nekromantie im Haushalt" Skelette geben hervorragende Köche ab - sie brauchen keine Küchengeräte, um heiße Speisen zuzubereiten.